Eva Maria Welskop-Deffaa
Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, ist überrascht, dass Elif Eralp als Spitzenkandidatin der Linken in Berlin so viel Unterstützung erhalten hat.
»Sie ist eine türkischstämmige, feministische Politikerin, die sich vernehmlich gegen Diskriminierung eingesetzt und Netzwerke gegen Rassismus gegründet hat. Angesichts der ständigen Verhetzung von Migranten und Migrantinnen durch die Rechtspopulisten und deren Vorliebe, sich über Geschlechtergleichstellung lächerlich zu machen, hätte ich es nicht mehr für möglich gehalten, dass eine Frau mit einem solchen Profil in Deutschland eine Landtagswahl gewinnen kann«, sagte Welskop-Deffaa in einem Interview mit der Plattform »katholisch.de«.
Die Parteien der demokratischen Mitte sollten den Wahlerfolg der Linken näher analysieren und daraus lernen. Denn sie habe den Eindruck, »dass Politiker immer öfter ihren Erfolg in der Imitation der AfD suchten« und die Parteien der Mitte zu einer Art »AfD light« würden. Allerdings habe die Linke in Berlin »ein beachtliches Antisemitismus-Problem«.
Aus Sicht der Caritas-Präsidentin wird es in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern keine substanziellen Veränderungen bei der Finanzierung von Wohlfahrtsverbänden geben. Ganz anders sei die Lage in Sachsen-Anhalt, sollte die AfD dort die Regierung bilden.
Welskop-Deffaa ist in großer Sorge, »nicht zuletzt, weil die AfD in Sachsen-Anhalt besonders kirchen- und wohlfahrtsfeindlich ist. Sie betrachtet gerade die christlichen Wohlfahrtsverbände als ein rotes Tuch, weil unsere Werte vielem klar widersprechen, was sie propagiert. Sollte die Partei tatsächlich eine Regierung bilden können, könnte sich das schnell in konkreten Erschwernissen für unsere Arbeit niederschlagen.«

Personen und Konflikte