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Sind Hirntote wirklich tot?

Der Hirntod als eindeutiges Kriterium des Todes ist umstritten. Gegner sprechen von einem Sterbeprozess. Damit aber stehen die Grundlagen der Organspende-Praxis mehr und mehr in der Kritik. Ist ein Hirntoter wirklich tot? Ein Pro und Contra von Eberhard Schockenhoff und Alexandra Manzei
Ist der Mensch mit dem Hirntod wirklich tot? Ist er es nicht, gerät die Organspende-Praxis ins Wanken. (Foto: freshidea/Fotolia)
Ist der Mensch mit dem Hirntod wirklich tot? Ist er es nicht, gerät die Organspende-Praxis ins Wanken. (Foto: freshidea/Fotolia)

Eberhard Schockenhoff: »Ja, denn der Mensch erlischt, wenn das Gehirn es tut«

»Dass der Tod mit dem Hirntod eines Menschen eintritt, ist seit Längerem die Basis der medizinischen Praxis und das Kriterium für eine Organentnahme. Das Ereignis des Todes lässt sich nicht unmittelbar wahrnehmen. Als Ende der irdischen Existenz des Menschen liegt es vielmehr unter dem beobachtbaren Vorgang des Sterbens verborgen, in dem die Vitalfunktionen der einzelnen Organe nach und nach zum Erliegen kommen. Der Tod, das Erlöschen der Person, und das Sterben als Prozess, den wir diagnostisch erfassen und medizinisch kontrollieren können, liegen auf verschiedenen Ebenen. Durch die empirische Beobachtung des Sterbeprozesses können wir deshalb nicht den exakten Zeitpunkt des Todes bestimmen, sondern nur vom Vorhandensein bestimmter Indizien darauf zurückschli