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Streit um die Türkei

vom 19.12.2003
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Spätestens als die deutsche Hauptstadt Berlin zur größten türkischen Hauptstadt in Europa wurde, begann ein neues Zeitalter. Nationalbewusste bis nationalistische deutsche Konservative bedauern vielfach: »Die Türken stehen heute nicht mehr wie einst vor Wien, sondern sogar in Berlin.« Es müsse endlich die Notbremse gegen die orientalische Überfremdung gezogen werden. Die Bundes-CDU rüstet fast folgerichtig zum nächsten Bundestagswahlkampf mit der Parole: »Die Türkei gehört nicht zu Europa.« Europa sei christlichen, die Türken und der Islam vorderasiatischen Ursprungs. In den Europa-Gremien wächst der Streit um Europas Grenzen. Auch die Kirchen Europas haben sich in dieser Frage noch nicht gefunden. Die Spitze der orthodoxen Kirche in Griechenland ist entsetzt, dass die, wie es heißt, türkischen »Barbaren« zu Europäern werden sollen. Andererseits fordert der Patriarch der griechischen Orthodoxen, zugleich Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie mit Sitz in Istanbul: »Die Türkei soll zu einem europäischen Staat werden.« In seinem näheren Umfeld wird vertreten, es gelte, die Türkei für die europäische Zivilgesellschaft mit ihren Menschenrechten zu gewinnen. Die Christen Europas sollten sich an den Ursprung des Christentums erinnern: »An Jesus Christus und an Abraham, den Urvater des Ein-Gott-Glaubens. In diesem Sinne sollten künftig sogar Israel und Palästina zum europäischen Staatenverbund gehören. Christen in Palästina hoffen jedenfalls auf Europa. Der Staat Israel dürfe kein US-Protektorat bleiben.