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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2012
Das Christentum
Was wird, was bleibt?
Der Inhalt:

Zweifel am Zins

vom 07.12.2012

Zu: Dossier »Gefährlicher Reichtum« (21/12)

Ihr Dossier ist lobenswert, leider zieht sich eine schwerwiegende Auslassung durch den gesamten Text. Der Reichtum hat eine Energie, das exponentielle Wachstum von Zins und Zinseszins. Wenn wir alle dieser Energie nicht die Kraft nehmen, dann laufen Ihre gut gemeinten Ratschläge komplett ins Leere. Unser Geld unterliegt durch den Zins und Zinseszins einem krankhaften Wachstumszwang und führt logischerweise zu einer Umverteilung von der großen Mehrheit der Menschen zu einer kleinen Minderheit. Über die in allen Preisen und Steuern versteckten Zinsen beträgt diese Umverteilung von Arm zu Reich in Deutschland etwa 600 Millionen Euro pro Tag. Der Zins wird in der Ökonomie als gegeben vorausgesetzt, keiner darf daran rütteln. Doch unser Geldsystem ist nicht gottgegeben. Wir Menschen haben es geschaffen und können es verändern.

Horst Hölgert, Bremen

Schon vor Jahren stellte die Deutsche Bundesbank fest, dass circa achtzig Prozent des Vermögenszuwachses aus wiederangelegten Zinsen oder Einkommen aus Anlagevermögen kommen. Also nicht aus Arbeit, sondern aus Finanzspekulationen, jetzt auch verstärkt mit Nahrungsmitteln und damit mehr Hungernden. Ist das fair? Die auf mehrere Billionen Euro angewachsenen Geldvermögen müssen von der Volkswirtschaft mit Zinsen bedient werden. Das bringt den Vermögensbesitzern jährlich mehrere Hundert Milliarden Euro leistungslos. Ein Normalbürger hat mittlerweile etwa vierzig Prozent seiner Haushaltsausgaben für in den Preisen versteckte Zinsen zu erarbeiten. Die Internetseite eurorettung.org schlägt vor, ein zusätzlich zum Euro herauszugebendes staatliches Regionalgeld als Nebengeld einzuführen. Dieses Regiogeld hat eine Nutzungsgebühr als Umlaufimpuls zur Beschleunigung und Verstetigung des Geldumlaufs und zur Verringerung der Möglichkeit, mit Geld zu spekulieren. Zusätzlich ist eine »Abflussbremse« vorgesehen, eine Gebühr zur Stärkung der regionalen Wirtschaft. Das führt zu einem höheren Angebot von Anlagekapital im eigenen Land, wodurch das Zinsniveau für die Realwirtschaft sinken wird. Dem Staat verschafft das mehr Liquidität und zusätzliche Einnahmen. Das ist eine marktwirtschaftliche Lösung zur Gesundung der nationalen Finanzwirtschaften. Ein Weg, wie zuerst die Krisenstaaten, aber auch andere Länder einschließlich Deutschlands a

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