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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2011
China global
Eine kapitalistische Diktatur erobert die Welt
Der Inhalt:

Jehovas ehemaliger Zeuge

von Sabine Henning vom 04.05.2012
Er lebte isoliert, erwartete den Weltuntergang und ging mit dem »Wachtturm« von Haus zu Haus. Dann lief er weg, weinte und ging ins Kino. Die Geschichte einer Lebenswende

Die Menschen strömen durch die Eingänge ins Hamburger Fußballstadion. Männer in Krawatte und Anzug, mit kurzen Haaren. Die Frauen adrett in Bluse und Kleid. 30 000 Zeugen Jehovas treffen sich hier im Juli 2009 zur »internationalen Bezirksversammlung«.

Auch Markus Castro, 26, ist dabei. Sein Haar reicht bis zu den Schultern. Das Revers seiner Lederjacke verdeckt das Schildchen, das ihn als Mitglied der Organisation ausweist. Er spürt die misstrauischen Blicke, als er sich auf seinen Platz setzt. Castro ist mit den Zeugen Jehovas aufgewachsen und hat sich taufen lassen. Doch seit einiger Zeit sträubt er sich gegen die rigiden Vorschriften der Religionsgemeinschaft. Er hat sich mit Gewaltfreier Kommunikation (GfK) beschäftigt und gemerkt, dass man auch ganz anders über d