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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2010
Strom ohne Atom
Der Konflikt, die Bewegung, die Zukunft
Der Inhalt:

Die Zeit läuft

von Wolfgang Kessler vom 22.10.2010
Die große Chance: Sauberer Strom für Deutschland bis 2050

Angeschlagene Boxer sind besonders aggressiv. Auch, wenn sie Spitzenmanager der Atomkonzerne sind. Diese fürchten um ihre Pfründe und ziehen alle politischen und medialen Register, um ihre Macht zu bewahren.

Doch die Zeit läuft gegen sie. Die Experten, die nicht den großen Energiekonzernen verbunden sind, sind sich weitgehend einig: Die Vollversorgung Deutschlands mit erneuerbaren Energien bis 2050 ist möglich. »Es wäre sogar schon 2030 ohne Probleme möglich, Deutschland mit regenerativen Energien zu versorgen«, sagt Olav Hohmeyer, der »Umweltweise« der Regierung. »Aber da viele konventionelle Kraftwerke noch einige Zeit laufen, verlangsamt sich der Ausbau der erneuerbaren Energien.«

Wie der Weg zur Energiewende konkret aussehen könnte, zeigen Städte wie Morbach ebenso wie zahlreiche Studien:

Die deutschen Atomreaktoren werden bis 2020 nach dem alten Ausstiegsbeschluss stillgelegt, Kohlekraftwerke laufen – je nach Alter – bis etwa 2030. Neue Anlagen werden nicht gebaut.

Stadtwerke, Kommunen und Privatleute investieren lokal und regional in Windkraft, Solaranlagen, Biomassekraftwerke, Biogas und in die Kraft-Wärme-Kopplung.

Großräumig erfolgen in den kommenden zwanzig Jahren Investitionen in Offshore-Windparks und große Solarparks.

Zeitgleich werden in ganz Europa wie in Deutschland die Netze ausgebaut, um den Strom auch weiträumig in alle Regionen transportieren zu können.

Parallel dazu sorgen Pumpspeicher dafür, dass unregelmäßig anfallender Strom aus Wind und Sonne jederzeit genutzt werden kann: In bergigem Gelände wird bei Stromüberschuss Wasser in höhere Regionen gepumpt. Wird Strom benötigt, lässt man die Wassermassen wieder herabstürzen und Turbinen zur Herstellung von Strom antreiben. Um solche Speicher in großem Umfang nutzen zu können, ist eine Kooperation mit Skandinavien erforderlich, da sie dort bereits effektiv arbeiten und in großem Maße angelegt werden können.

Abgesichert wird dieses Konzept von massiven Investitionen in die Einsparung von Energie durch die Sanierung von Gebäuden sowie stromsparende Technologien für Industrie, Büros und Haushalte.

Zu teuer, wird mancher vielleicht sagen. Doch »Kernenergie ist nur deshalb so billig, weil wir einen großen Teil der Kosten in

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