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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2010
Strom ohne Atom
Der Konflikt, die Bewegung, die Zukunft
Der Inhalt:

Banker helfen Biobauern

von Teresa Schneider vom 22.10.2010
Ein Bodenfonds soll Ackerfläche vor Spekulationen schützen

Sie wollen wertvollen Ackerboden langfristig für die ökologische Landwirtschaft sichern und damit vor Spekulationen schützen. Zu diesem Zweck haben Vertreter der GLS-Bank gemeinsam mit Biolandwirten in Brandenburg ein neuartiges Projekt initiiert: den »Biobodenfonds Schorfheide«. Nach mehrjährigen Verhandlungen hat der Fonds nun rund 2500 Hektar Land, also in etwa eine Fläche von 3500 Fußballfeldern, des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin von der bundeseigenen Bodenverwertungs-und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) gekauft. Damit bleibt gemäß den Initiatoren des Bodenfonds das größte zusammenhängende ökologisch bewirtschaftete Ackerbaugebiet Europas mit einer Gesamtfläche von etwa 12 000 Hektar erhalten. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, etwa achtzig Kilometer nordöstlich von Berlin, steht seit 1990 unter dem Schutz der Unesco.

Anlass zu dem Schulterschluss von GLS-Bank und Bio-Betrieben gab die geplante Privatisierung großer Teile des ökologischen Ackerbaugebietes durch die BVVG. Die Bodenfläche, die ehemals Eigentum der DDR war, sollte an den Meistbietenden versteigert werden (Publik-Forum 16/2009). Landwirte, deren Pachtverträge ausliefen, gerieten in Bedrängnis: Da sich die Bodenpreise während der letzten Jahre vervielfacht haben, fehlte vielen Bauern das Geld, Ackerflächen selbst zu kaufen. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz geförderte Biogasbetreiber wurden zur harten Konkurrenz. Aus Sorge um den Fortbestand ihrer Betriebe wendeten sich die Ökobauern gemeinsam an die GLS-Bank, die sich auf die Finanzierung sozial-ökologischer Projekte spezialisiert hat. Das Resultat: ein Biobodenfonds.

Das Prinzip hinter dieser Idee ist einfach: Der Fonds kauft Agrarflächen und verpachtet sie in einem zweiten Schritt an Ökobauern. »Die Landwirte verpflichten sich, das Land mindestens 18 Jahre ökologisch zu bewirtschaften, und müssen regelmäßig nachweisen, dass sie zertifiziert sind«, erklärt Uwe Greff, Geschäftsführer der Biobodenfonds GmbH gegenüber Publik-Forum. Der Fonds gibt den Bauern Sicherheit und langfristige Planbarkeit. Die Anleger des Fonds wiederum erhalten festverzinste Wertpapiere und eine Gewinnbeteiligung, abhängig von Pachterhöhungen.

Somit kann

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