Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2015
»Der Papst muss liefern«
Publik-Forum-Streitgespräch über Reformen in der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Schmausen für Vielfalt

von Esther Lehnardt vom 09.10.2015
Der Lobby-Caterer Benedikt Schwaderlapp beschäftigt vor allem Flüchtlinge

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Und die Integration von Flüchtlingen zuweilen auch. Aus diesem Grund hat Benedikt Schwaderlapp den Catering-Service Lobby Delikatessen gegründet – schon vor zwanzig Jahren.

Dabei ist der Firmenchef nicht Koch, sondern Theologe und Sozialarbeiter. Die Idee, ein Unternehmen zu gründen, in dem vornehmlich Flüchtlinge beschäftigt werden, entstand aus der Arbeit im Flüchtlingsrat Wiesbaden. Bei einer Info-Veranstaltung brachten einige Frauen Spezialitäten aus ihren Ländern mit, die bei den Gästen großen Anklang fanden. Schwaderlapp »mietete« sich daraufhin in einer Großküche ein, in der einige Flüchtlinge zunächst für kleine Veranstaltungen kochen konnten. Später gründete er den Catering-Service. Das Unternehmen bildet mittlerweile sogar aus. Das Firmenmotto lautet: »Wir wollen eine Lobby für Toleranz, Genuss und Vielfalt sein.« Diese Vielfalt sieht man besonders beim Essen. Datteln mit Gorgonzola gefüllt, scharfe Reisgerichte und würziges geschmortes Gemüse sind nur einige der afghanischen, assyrischen und iranischen Leckereien, die auf den warmen und kalten Büfetts angeboten werden. Das Unternehmen beliefert auch mehrere Wiesbadener Schulen mit Mittagessen.

Seit der Gründung 1995 stellt die Firma Flüchtlinge ein, um ihnen einen berufliche Perspektive zu schaffen. Einige von ihnen sind heute selbstständig: »Es gab einen Einzelhandelskaufmann aus dem Irak, der mit Kochen nichts am Hut hatte«, erinnert sich Schwaderlapp. Heute habe der Mann selbst ein Unternehmen und beschäftige fünf Mitarbeiter. Solchen »Dynamikern«, wie Schwaderlapp sie nennt, möchte er Chancen eröffnen.

Der von Schwaderlapp gegründete Verein Lobby veranstaltet regelmäßig Promi-Dinner, bei denen die Flüchtlinge im Rampenlicht stehen, für deutsche Gäste kochen und danach gemeinsam mit ihnen essen. Beim nächsten Event soll sogar gemeinsam gekocht werden. »Ich nenne die Flüchtlinge gern Neubürger«, sagt Schwaderlapp: »Es ist mir wichtig, sie mit den Altbürgern zusammenzubringen.« Die Neubürger kommen aus Guinea, Eritrea, dem Iran oder Syrien. »Es geht darum, über das Kochen und gemeinsame Essen Kontakte zu knüpfen«, sagt Schwaderlapp. »Viele unserer Flüchtlinge sind sehr stolz, wenn sie ihr Essen vorstellen und etwas über ihre Kultur erzählen können.« Ihn selbst hat seine Gr

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen