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Konstant am rechten Rand

von Christian Urech vom 09.10.2015
Fremdenfeindlichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte rechtsbürgerlicher Kreise

Zwischen den beiden Weltkriegen richtete sich die Immigrationsdebatte in der Schweiz gegen Bolschewiken und Juden. Die rechtsextreme Nationale Front wurde 1933 als Ableger der NSDAP gegründet. Ihren grössten Zulauf hatte die Partei 1933 – sie schaffte es in den Kantonen Zürich und Schaffhausen sogar in den Nationalrat. Als sie sich offen zum »Anschluss« an Nazi-Deutschland bekannte, verspielte sie ihre Popularität und wurde eine radikale Splittergruppe.

Mitglied der Nationalen Front war auch James Schwarzenbach, der später die Republikanische Partei und die Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat (kurz NA, später umbenannt in Schweizer Demokraten) gründete und mit der ersten sogenannten Schwarzenbach-Initiative eine Begrenzung der kantonalen Ausländeranteile auf maximal 10 Prozent erreichen wollte. Sie wurde zwar abgelehnt, aber nur relativ knapp mit 54 Prozent Stimmenanteil. »Feindbild« der damaligen Rechtspopulisten waren die Italiener, die zu jener Zeit in der Schweiz hauptsächlich vertretenen »Tschinggen«, und andere Südeuropäer, die bei uns als Arbeitsmigranten den schweizerischen Wohlstand mehrten.

Nach Ausbruch des Bürgerkrieges in Sri Lanka zu Beginn der achtziger Jahre flohen zunächst vor allem junge Tamilen nach Europa aus Angst, von den Liberation Tigers of Tamil Elam (LTTE) im Kampf um einen unabhängigen Staat als Soldaten rekrutiert zu werden. Mitte der 1980er-Jahre traten in der Schweiz wieder vermehrt rechtsextreme Gruppen auf, Angriffe auf Asylbewerber und auf ihre Unterkünfte häuften sich. In erster Linie waren die Tamilen bösen Worten und gewalttätigen Angriffen ausgesetzt. Die Boulevard-Zeitung Blick heizte die Stimmung seit Mitte der 80er-Jahre regelmässig mit einschlägigen Kampagnen an. Im Wahljahr 1991, das einen Vormarsch rechtsbürgerlicher Parteien wie der Autopartei (heute Freiheitspartei), der Schweizer Demokraten und der SVP brachte, zählte die Bundespolizei insgesamt 77 Angriffe gegen »Einrichtungen des Asylwesens«.

Ende der achtziger Jahre dominierten die Türken und Kurden, seit Beginn der neunziger Jahre die Kriegsver

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