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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2009
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Lehren aus einer Wahl, die für viele keine war
Der Inhalt:

»Die Krise heißt Kapitalismus«

von Jana Benz vom 09.10.2009
Auf die Bundestagswahl folgt das 3. Sozialforum im Wendland

In Hitzacker im Wendland, wo immer noch die Endlagerung des Atommülls im Salzstock Gorleben droht, findet vom 15. bis 18. Oktober im Anschluss an das Weltsozialforum im brasilianischen Belem das 3. Sozialforum in Deutschland statt. Sein Titel: »Die Krise hat einen Namen: Kapitalismus – Eine andere Welt ist möglich!« Das Forum will über Ursachen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise diskutieren. Wenige Wochen nach der Bundestagswahl soll von den tausend bis zweitausend erwarteten Teilnehmern ein breiter zivilgesellschaftlicher Protest ausgehen: gegen umweltzerstörende Technologien, gegen eine Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich – für eine Friedens- und Klimapolitik.

Pastor Simon Kramer von der Kirchengemeinde Hitzacker wird dafür sogar teilweise vom Dienst freigestellt: »Wir haben die Chance, dass mehr Menschen kommen werden als vor zwei Jahren in Cottbus«, sagt er. »Das Interesse – zumindest hier – ist sehr groß.« Dieses Mal werden die Vorstellungen von einer anderen Welt auf die Straßen getragen: in einer Demonstration am 17. Oktober, aber auch in kulturellen Veranstaltungen. »Wir sind zwar jeder für sich immer noch wenige«, so Kramer, »aber wir treten kontinuierlich für eine gerechtere und sozialere Politik ein. Wir hoffen, gerade nach der Wahl, die Politik von unten zu verändern, weil Gorleben aktueller ist als je.«

Angemeldet sind bereits Podien und Workshops von lokalen, nationalen und internationalen Gruppen wie Gewerkschaften, BUND, Greenpeace, Kein Mensch ist illegal, Kurve Wustrow, Eine-Welt-Läden, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Basisinitiative Solidarität, Attac, Brot für die Welt, Flüchtlingsrat Hamburg. Geboten werden etwa Ausstellungen über den Widerstand gegen die Atomkraft, über ländliche Armut oder Menschenbilder. Daneben soll es ein reiches Kulturprogramm geben: Zwei Obdachlose machen sich musikalische Gedanken über Geld und Politik. Außerdem wird es Theater zur Wasserprivatisierung geben, ein gesundheitliches Verwöhnprogramm, Kabarett oder eine Kanutour auf der Elbe.

Das Treffen der sozialen Bewegungen ist solidarisch mit den gleichzeitig stattfindenden globalen Aktionstagen: Stand up. Take action. End Poverty now! (Steh auf. Handle. Beende Armut jetzt!), mit der internationalen Koordinierung zum Kopenhagener Klimagipfel von unten

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