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Zur Person: Marianne Birthler

vom 06.10.2000
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Parallel zur neuen Vorzeigestraße Berlins, der Friedrichstraße, liegt ein wenig abseits die Glinkastraße. Hinter den hohen Fenstern und grauen Fassaden aus den 30er Jahren, wo später das DDR-Innenministerium saß, residiert heute die »Gauck-Behörde«. Doch ein Schattendasein hat sie in den zehn Jahren, in denen der Rostocker Pastor Joachim Gauck sie geleitet hat, nie geführt. Im Gegenteil. Und auch nach dem Stabwechsel an Marianne Birthler wird sich da kaum etwas ändern. Die 52-Jährige kommt aus der kirchlichen Friedens- und Menschenrechtsbewegung der DDR. Als Mitarbeiterin im Berliner Stadtjugendpfarramt war sie Mitbegründerin der oppositionellen Initiative Frieden und Gerechtigkeit. Sie gehörte zu den Organisatoren der ersten Demonstration für Pressefreiheit ein Jahr vor der friedlichen Revolution und saß in den Oktobernächten 1989 im Mahnwachenbüro der Berliner Gethsemanekirche. Die dort gesammelten und später als Buch herausgegebenen Augenzeugenberichte von Demonstranten schenkte sie später als brandenburgische Bildungsministerin den Zehntklässlern beim Schulabgang. Doch der dreifachen Mutter erwachsener Töchter ging es nie um bloße Rückschau, schon gar nicht um Nostalgie. Bis heute geht es ihr um Zivilcourage, die, wie sie sagt, in der Demokratie nicht minder nötig ist. Dabei hat die politische Quereinsteigerin Marianne Birthler auch nach 1989 so manches auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit Kollegen aus den alten Bundesländern wie dem heutigen Magdeburger Bildungsminister Gerd Harms verabschiedete sie eine deutschlandweit einmalige Bildungsreform für Brandenburg und rief das Schulfach Lebensgestaltung, Ethik, Religion ins Leben. Doch nachdem sie ihr Ministeramt wegen der Stasi-Kontakte Manfred Stolpes niedergelegt hatte, gehörte sie bei Bündnis 90/Die Grünen zu denen, die sich nicht unbedingt und immer auf der Gewinnerseite fanden. Nachdem sie gemeinsam mit Ludger Volmer gut eineinhalb Jahre Vorstandssprecherin der Partei war, schien ihre politische Karriere vorerst beendet. Auf Marianne Birthler, die zuletzt das Berliner Büro ihrer Fraktion leitete, wird man dennoch gespannt sein dürfen.

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