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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2017
Vorwärts, Europa!
Wie die Politologin Ulrike Guérot die EU revolutionieren will
Der Inhalt:

Ein Weg in die Freiheit

Das Projekt Penduka führt Frauen in Namibia in die wirtschaftliche Unabhängigkeit

Loide hatte denkbar schlechte Voraussetzungen: vom Ehemann missbraucht, von starker Migräne gequält. Keine Ausbildung, eine schlechte Feinmotorik. Heute – 22 Jahre später – ist Loide Produktkontrolleurin. Und sie wurde ausgezeichnet als eine der kreativsten Stickerinnen, die je für Penduka gearbeitet haben. »Loide ist ein Fels in der Brandung und ein Segen für alle Frauen im Projekt Penduka«, sagt Christien Roos, Mitgründerin des Projektes, das heute vielen benachteiligten und behinderten Frauen in Namibia Arbeit und eine Perspektive bietet. 1992 arbeitete die junge Niederländerin in einem Zentrum für Menschen mit Behinderung. Sie sah das Elend der Frauen, die an Aids, Polio oder Tuberkulose litten. Eine war Martha Muulyau, die an den Folgen einer Kinderlähmung leidet. Gemeinsam gründeten die beiden Frauen Penduka.

Penduka heißt »Wach auf!« Christien Roos: »Gemeint ist der Name als Aufruf an alle namibischen Frauen, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und für die Zukunft ihrer Kinder.« Penduka-Frauen töpfern, designen Schmuck, nähen und besticken Taschen, Kissenbezüge, Bettdecken, Schürzen und Handtücher. Andere arbeiten mit Leder, lernen Englisch oder Buchhaltung, geben Workshops, führen Besucher. Wieder andere kochen und bedienen in einem kleinen Restaurant. Aktuell arbeiten 39 Frauen direkt für das Projekt. 460 Frauen im ganzen Land werden für die Stücke, die sie anfertigen, bezahlt. Bislang erhielten 1240 Frauen durch Penduka eine Lebensgrundlage. In den Niederlanden hat Christien Roos zudem eine Penduka-Assoziation gegründet. Unterstützerinnen aus Deutschland verkaufen Waren oder machen Werbung für das Projekt. Eine von ihnen ist Irmhild Neidhardt. Die 59-jährige Sozialpädagogin k