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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2017
Was ist eine christliche Ehe?
Ein evangelisch-katholischer Disput
Der Inhalt:

»Peter muss freikommen«

von Monika Herrmann vom 11.08.2017
Berliner Gemeinde betet und protestiert für ihr in der Türkei inhaftiertes Mitglied

Jeden Abend treffen sich zahlreiche Menschen in der Berliner Gethsemane-Kirche. Sie beten und protestieren. Grund: Die Verhaftung von Peter Steudtner in der Türkei und seine Inhaftierung. »Peter gehört zu unserer Gemeinde, er hat nichts verbrochen, sondern setzt sich für die Menschenrechte ein. Wir verlangen, dass er sofort freikommt«, sagt Pfarrer Christian Zeiske. Er und viele andere haben die abendliche Protestandacht organisiert. Manchmal sind Berliner Politiker dabei.

Peter Steudtner wurde am 5. Juli zusammen mit anderen Menschenrechtsaktivisten in der Türkei während eines Workshops, zu dem er und neun weitere Aktivisten eingeladen waren, festgenommen (siehe Bettina Röder am 21. Juli auf Publik-Forum.de). Jetzt sitzen die meisten von ihnen in türkischer Untersuchungshaft. Vorgeworfen wird ihnen »Unterstützung einer Terrorgruppe«. Völlig absurd, sagen die Berliner Freunde. Steudtner setzt sich seit Jahren für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten ein. Im Workshop wollten er und andere das trainieren. In seiner Berliner Gemeinde am Prenzlauer Berg sind Freunde, Bekannte und vor allem seine Familie empört. Die täglichen Andachten in der Kirche sollen ein Zeichen des Protestes und der Empörung sein. Aber nicht nur das: »Wir wollen Peter das Gefühl vermitteln, dass wir an ihn denken«, sagt der Pfarrer. Inzwischen protestiert auch die Evangelische Landeskirche: Bischof Markus Dröge verlangt die sofortige Freilassung, und das entwicklungspolitische kirchliche Netzwerk Inkota, für das Steudtner seit Jahren arbeitet, hat zusammen mit Amnesty International eine Website eingerichtet. Zahlreiche Menschen unterzeichneten auf der Seite eine Protestnote. In ihr wird die sofortige Freilassung Steudtners und der anderen Workshopteilnehmer gefordert. Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Auswärtige Amt haben ebenfalls mit einer Protestnote reagiert. Die Lebensgefährtin von Steudtner konnte bisher einmal für drei Minuten mit dem Inhaftierten telefonieren. Sie hofft jedoch auf einen Besuch im Gefängnis. »Peter fehlt uns so«, sagte sie in mehreren Interviews.

In der Kirche wird nicht nur gebetet. Auch Kontakte zwischen den Protestierern und dem türkischen Konsulat gibt es neuerdings. Manche machen Hoffnung. Doch der Protest geht weiter. In der untergegangenen DDR war die Kirche schließlich

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