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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2013
Die Andersleute
Haben die Orden noch eine Zukunft?
Der Inhalt:

Liberale Theologie

vom 16.08.2013

Zu: »Große Weite des Denkens« (13/13)

Für diesen Artikel möchte ich mich herzlich bedanken. Wir Laien wurden doch fast 1900 Jahre lang durch angeblich unfehlbare, allein seligmachende, dabei unbeweisbare Thesen zum jeweils »rechten« Glauben gezwungen, bei dessen Nichtbeachtung uns das ewige Feuer angedroht wurde. In wie viele Sackgassen haben uns die Lehrämter der Kirchen geführt! Denken wir nur an die Herabwürdigung der Frauen! Ich glaube allerdings, dass es nicht reicht, alle diese Fehler durch liberale Theologie zu überwinden, sondern dass wir uns in einem zweiten Schritt darauf besinnen müssen, wie menschenfreundlich Jesu Botschaft eigentlich ist.

Dr. med. JohannesFörg,Neuburg

In der Tat verschanzen sich ängstliche Kirchenführer gern hinter »ewigen Wahrheiten«, statt sie auslegend zu verkünden. Und kritische Christen verschanzen sich gern hinter der Altertümlichkeit von Dogmen, statt zu fragen, was sie sagen wollen. Die traditionellen Formeln beinhalten ja grundlegende Erfahrungen, die je neu auf ihre »Verheutigung« warten. Vor dieser Tatsache wirkt die Empfehlung des Theologen Wilhelm Gräb seltsam defätistisch, die Kirchen sollten altkirchliche Dogmen (Trinität, Gott-Mensch-sein Jesu) »nicht mehr lehren und predigen«. Christian Modehn folgert, das dogmatische Gottesbild der Kirche dürfe »meinem eigenen nicht widersprechen«. Sind Intellekt und Gewissen der zahlreichen konsumistischen »Easy Riders« der Zeit dafür gebildet? Und verlangt Jesu Botschaft nicht ein Umdenken noch vor dem Glauben? Dass Gott im Supermarkt des modernen Lebens meist nicht angeboten wird, hängt an fehlender Nachfrage. Wie begegnet Modehns »liberale Theologie« diesem Phänomen?

Dr.Klaus P. Fischer, Heidelberg

Es ist gut, dass Publik-Forum viel Raum der Diskussion über Grundfragen des Glaubens einräumt. Insofern darf natürlich auch Christian Modehn das Gespräch mit Wilhelm Gräb über liberale Theologie noch einmal in die Form eines Aufsatzes gießen. Aber herauskommt dann doch nur eine seltsame Form von Neoliberalismus, »jeder ist seines (Glaubens-) Glückes Schmied« und darf sich selbst zum Maßstab seiner privaten Religion machen. Damit ist dann aber auch jedem Irrsinn Tür und Tor geöffnet – als hätte jeder eine angeborene »richtige« Wahrnehmung und religiöse Erfahrung, die un

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