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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2018
Die geheimnisvolle Kraft der Kreativität
Der Inhalt:

Globaler Irrsinn

Ein Freihandelsabkommen wird mehr Milch nach Europa spülen. Aber wozu?

Ein internationaler Handel mit Lebensmitteln ist nur sinnvoll, wenn Mangel und Not herrschen. Oder wenn es um Produkte geht, die andere Länder brauchen, aber selbst nicht anbauen oder produzieren können. Dies gilt für Milch weder in der Europäischen Union noch in Neuseeland. Trotzdem haben die EU und die neuseeländische Regierung jetzt ein Freihandelsabkommen vereinbart, das Lebensmittel einschließt. Auch und gerade Milch.

Sowohl die Europäische Union wie auch Neuseeland produzieren zu viel Milch für den eigenen Bedarf. Deshalb sind die EU und Neuseeland große Milchexporteure. Neuseeland sogar der größte der Welt.

Wenn jetzt die Zölle und Beschränkungen auf den Handel mit Lebensmitteln fallen, dann werden vor allem Exporteure und Großlandwirte profitieren. Die Verbraucher werden allenfalls ein paar Cent sparen, denn Milch ist bereits äußerst billig. Ansonsten dürfte es nur Verlierer geben: zum Beispiel die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland. Sie kann ihre Milch auf ihren kleinen Weiden nie so günstig produzieren wie die Neuseeländer. Viele dürften pleite gehen. In ohnehin schon gebeutelten ländlichen Regionen wird die Arbeitslosigkeit steigen – und der Missmut auch. Schon heute fühlen sich die Menschen auf dem Lande abgehängt.

Die deutschen Großbauern wiederum, die noch mehr Milch exportieren wollen, werden ihre Milchproduktion intensivieren, um konkurrenzfähig zu sein – zum Schaden einer nachhaltigen Milchwirtschaft und einer artgerechten Tierhaltung.

Überhaupt die Ökologie: Was soll es für einen Sinn haben, Milliarden Liter Milch von einem Ende der Welt zum anderen zu transportieren, wo doch das Klima heute schon durch zu viel Transport und