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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Wir sind uns sicherlich darin einig, dass die Fußgängerzone die gute Stube unserer Stadt ist. Möbliert mit Bänken, Blumenkübeln und Gestühl aus den zahlreichen Restaurants und Cafés, lädt sie auch mich und meine Mitstreiter, die wir uns mit unserer »Initiative Gute Stube« immer wieder für eine attraktive City einsetzen, zum Promenieren und Verweilen ein.

Allerdings glauben wir, dass sich der Innenstadtbereich noch wohnlicher gestalten ließe. Daher möchten wir den Vorschlag machen, einen Straßenzug von etwa vierhundert Metern im Stil der Mailänder Galleria »Vittorio Emanuele« zu überdachen. Wir denken unter anderem an eine Fußbodenheizung, an Beleuchtungsquellen nach modernstem Design, Palmen sowie an einen geschmackvollen Teppichboden (als besonders weichen Standortfaktor), Letzterer in dezentem Weinrot oder eher noch in einem augenfreundlichen und durchaus pflegeleichten Bleu.

Nun werden Sie sicher fragen, wie sich dieses ambitionierte, aber kostenaufwendige Vorhaben finanzieren ließe. Ganz einfach: durch Einsparungen im Etat, die von der Bevölkerung kaum bemerkt würden. So könnten unser Freibad, mehrere Kinderspielplätze und das Jugendzentrum geschlossen werden. Überflüssig erscheinen uns auch der Frauennotruf und das Symphonieorchester. Weitere Mittelstreichungen wären im Kultur- und Sozialbereich möglich. Erhebliche Mehreinnahmen ließen sich durch eine Erhöhung der Grundsteuer erzielen. Des Weiteren käme im Wege des Cross-Boarder-Leasing-Verfahrens ein Verkauf des Alten Rathauses in Betracht.

Sie sehen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, unsere Ideen ließen sich problemlos umsetzen. Geld ist genug vorhanden. Es kommt nur auf die Verteilung entsprechend den vorgegebene