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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

Freiwillige Steuern statt Spenden

Die »Aktion Selbstbesteuerung« unterstützt seit fünfzig Jahren soziale Projekte

Was unterscheidet Spenden von Steuern? Diese Frage ist der Schlüssel, um zu verstehen, was die Aktion Selbstbesteuerung ausmacht. Spenden kann man geben, Steuern hingegen muss man zahlen. »Zwei bis drei Prozent des Einkommens ist der Richtwert für die freiwillige Steuer«, sagt Ernst Standhartinger, evangelischer Theologe im Vorstand der Aktion. Mit ihren freiwilligen Steuern unterstützen die Mitglieder der Aktion Projekte im Ausland sowie Aufklärungsarbeit in Deutschland. »Wir wollen zeigen, welche Hintergründe für globale Ungleichheit in Deutschland liegen,« sagt Standhartinger. Das Programm der Aktion lautet: »Friede durch gerechte Entwicklungspolitik«.

Dieses Jahr feiert die Aktion Selbstbesteuerung ihren fünfzigsten Geburtstag. In diesen fünfzig Jahren haben sich die geförderten Projekte immer wieder verändert. Anfangs wurden laut Standhartinger »Befreiungsbewegungen gegen die Restbestände des Kolonialismus« unterstützt. Heutzutage konzentriere man sich auf Entwicklungsprojekte, die vor Ort entstehen und »Hilfe zur Selbsthilfe« leisten. Ausschlaggebend für die Gründung war ein Aufruf auf dem turbulenten Stuttgarter Evangelischen Kirchentag 1969. »Ursprünglich war die Idee, sich bei großen Organisationen registrieren zu lassen und deren Projekte zu unterstützen.« Die Mitglieder der Aktion Selbstbesteuerung entschieden sich dann aber dafür, selbst Projekte auszuwählen.

Aktuell zählt die Aktion rund 120 Mitglieder. Alle zahlen ihre »freiwillige Steuer«, doch nur ein Bruchteil ist dabei, wenn zweimal im Jahr entschieden wird, wohin das Geld fließt.

In den vergangenen Jahren unterstützte die Aktion Kooperativen in N