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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Von Säuen, Kindern und der richtigen Erziehung

Luther glaubte wohl, dass da ein Vater sei, der sich unser aller erbarmt. Aber er war nicht »freudetrunken« durch »schöne Götterfunken«: Alle Menschen werden eben nicht Brüder. Sehr verschiedene Interessen betreiben kräftig Spaltung. Wir sind – auf uns selbst gesehen – in uns verkrümmte Wesen, die der Aufrichtung bedürfen. Und, zum Glück: der Aufrichtung fähig sind! Wie nun kann aber menschliches Zusammenleben gedeihen? Durch Bildung, durch Befähigung aller Einzelnen, ihre verschiedenen Gaben zu entfalten durch Fertigkeiten und durch Motivierung vieler Fähiger, im Gemeinwesen zum Nutzen aller mitzuwirken. Weltveränderung ist zuvörderst Selbstveränderung.

Luther beklagt zum Beispiel, dass Eltern die Erziehung ihrer Kinder sträflich vernachlässigen würden. »Wie soll denn nun Vernunft und insbesondere christliche Liebe es dulden, dass sie unerzogen aufwachsen und für andere Kinder Gift und Geschmeiß sind?« Leider wisse die Mehrheit der Eltern nicht, »wie man Kinder erziehen und lehren soll. Denn sie haben selbst nichts gelernt, als den Bauch zu versorgen«. Warum, so fragt Luther, »nimmt man sich nicht Zeit und Mühe, um die Kinder … Lesen und andere Künste zu lehren, solange sie jung und frei von Arbeit sind, die Fähigkeit und Lust dazu haben?« Erziehung als zivilisatorische Freiheit und Bändigung zugleich, bei der instrumentelles Wissen vermittelt und Gemütsbildung betrieben wird, bei der Selbstwert und Sinn für Gemeinschaft entsteht. Kurzum: Entgröberung unserer Seele und aller unserer Antriebe.

»Ebenso ist es auch eine unmenschliche Bosheit, wenn man nicht weiter denkt als so: Wir wollen jetzt regieren. Was geht es uns an, wie es denen gehen wird, die nach uns kommen? Nicht über Menschen, sonder