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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2015
Das Verschwinden der Freiheit
Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Bedrohung durch Google ...
Der Inhalt:

Leserbriefe

Verkannte Leistung

Zu: »Und der Mensch schuf das Netz«
(7/15, Seite 26-29)

Die Dimensionen müssen endgültig in ein rechtes Licht gerückt werden: Der Eiffelturm in Paris ist auch hundert Jahre später immer noch imposant und bleibt ein Touristenziel. Wenn die Firma Microsoft jedoch zugibt, dass ihr Betriebssystem Windows 8 siebzig Millionen Programmierzeilen umfasst, geht diese Meldung einfach unter. Der Stellenwert der »Arbeit« an dieser Stelle unserer heutigen Zeit wird einfach verkannt, nicht richtig zugeordnet. Software-Entwicklung bis zur fertigen Programmierung ist geistige Arbeit! Alfred Berkemeier, Drensteinfurt

Die Inbrunst, mit der die Menschheit sich dem Netz hingibt, hat eindeutig religiösen Charakter. Sie speist sich aus den einst in der Religion wirksamen seelischen Energien. Die Tiefenpsychologie erkennt, dass durch das Netz Attribute unseres christlichen, immateriellen Gottesbildes »wahrgemacht« werden, wie zum Beispiel Omnipräsenz, Omniszienz, ja überhaupt die Bildhaftigkeit des Gottesbildes, seine Virtualität. Bedenken wir zudem, dass wir einen Gott verehren, der »unsere Haare gezählt« hat, so wird die unendliche Relevanz der Zahlen für das Netz deutlich, kurz, dass wir nicht Herren des Netzes sind, sondern seine Diener. Ja, es kann die Behauptung gewagt werden, dass Beschäftigung im und mit dem Netz Gottesdienst ist, dass wir nur scheinbar in einer gottlosen Zeit leben, unbewusst jedoch in einer besonders christ lichen. Solche Überlegungen gehörten eigentlich zu einer »theologischen Kriti