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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2013
Die Suchbürger
Evangelischer Kirchentag: Offen, freundlich, unentschieden
Der Inhalt:

Offene Räume für freies Lernen

von Gerhard L. Endres vom 17.05.2013
Das Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen im Landkreis Donau-Ries wird zum Vorbild für ganz Bayern

Die Räume fallen als Erstes auf: Helles Holz. Viel Glas. Keine Türen. Farbenfrohe Sitzpolster. Teppichboden. Dann die ungewohnte Stille: Kinder lesen, schreiben, unterhalten sich, gestalten Plakate, recherchieren im Internet – und dabei ist es leise wie in einem Wohnzimmer. Wegen dieser geschäftigen und dennoch entspannten Atmosphäre ist das Albrecht-Ernst-Gymnasium zum Besuchermagnet geworden: Nicht nur Lehrer und Journalisten pilgern nach Oettingen. Sogar der Bildungsausschuss des bayerischen Landtags war schon hier, um herauszufinden, was dieses bayerische Gymnasium so anders macht.

Es sind vor allem die Räume, die das besondere pädagogische Konzept überhaupt erst möglich machen: Immer fünf Klassen teilen sich eine sogenannte »Lernlandschaft«. Vier mit Tischen und Stühlen eingerichtete Unterrichtsräume liegen in den Ecken, durch Holzregale und Glasfenster transparent voneinander abgeteilt. Der Platz dazwischen steht allen zur Verfügung: für Freiarbeit, Kleingruppenaktivitäten, zum Recherchieren und Präsentieren. Die Regale enthalten Lernmaterialien für alle Fächer.

An diesem Donnerstag begrüßt Klassenlehrer Günther Schmalisch die Schüler erst im Klassenzimmer, danach versammeln sich alle im Zwischenraum zwischen den vier Klassenzimmern. Thema ist das Buch »Cache! Wir finden ihn!« über Geocaching, die moderne Schnitzeljagd, von Manuel Andrack, besser bekannt als Redakteur im Fernsehstudio von Harald Schmidt. Schmalisch fragt nach den wichtigsten Aussagen des Buches. Einige Schüler liegen oder sitzen am Boden oder haben sich auf Sitzeiern oder auf einem Fensterbrett niedergelassen. »Was ist ein AB?«, fragt Schmalisch. »Anrufbeantworter« rufen einige. Was ist ein GPS-Gerät? Ein Schüler weiß die Antwort. Nach fünf Minuten werden die Arbeitsaufträge vergeben: Eine Gruppe wird zum Inhalt des Buches eine Mindmap zeichnen, eine andere etwas über den Autor recherchieren und dazu eine Wandzeitung erstellen, eine dritte sich über Geocaching schlaumachen.

Schnell haben sich mehrere Arbeitsgruppen gebildet, die sich im Klassenzimmer und in dem Zwischenraum verteilen. Einige recherchieren im Internet, einige fassen auf dem Whiteboard den Inhalt zusammen. Andere Schüler übertragen ihre Entwürfe später noch in Reinschrift oder tippen sie in einen der Computer.

Günther Schmalisch lässt die Gruppen selbstständig arbeiten. We

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