»Der Teufel steckt im Detail«
Die mangelnde Wirksamkeit der Entwicklungspolitik in den vergangenen Jahrzehnten offenbart: Um armen Ländern in Afrika zu helfen, muss sich die Entwicklungshilfe grundlegend ändern. Effektive Hilfe zur Selbsthilfe kann nur leisten, wer Beteiligung und Eigenverantwortung der Empfängerländer fordert und die Wirkungen seiner Handlungen fortwährend überprüft. Warum hat die bisherige Hilfe versagt? Schon viel zu lange gilt im Bereich der Entwicklungshilfe die Maxime »Viel hilft viel«: Die Quantität der Hilfe scheint oftmals wichtiger als die Qualität. Das hat zur Folge, dass man der geleisteten Arbeit mehr Wert beimisst als dem, was dabei herauskommt. Dabei steckt der Teufel stets im Detail. Welche Hilfsorganisation hat sich beispielsweise schon einmal das Ziel gesetzt, sich selbst überflüssig zu machen und in einem überschaubaren Zeitraum nicht mehr zu existieren? Es liegt der Verdacht nahe, dass wir Entwicklungshilfe nicht leisten, weil wir von ihrer Wirksamkeit überzeugt sind, sondern weil es der einfachste und billigste Weg ist, Engagement gegen Armut und Ungerechtigkeit in der Welt zu demonstrieren. Kurz: um unser Gewissen zu beruhigen.
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Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das Auswärtige Amt tätig, unter anderem in mehreren Ländern Afrikas. Von 2004 bis zu seinem Ruhestand 2008 arbeitete er als deutscher Botschafter in Kamerun. Volker Seitz ist Autor des Buches »Afrika wird armregiert«.

