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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:

Ballern bei Discomusik

Eine Schulklasse besucht auf der Klassenfahrt ein Lasertag-Spiel. Dabei schießen Schüler mit Lasergewehren aufeinander. Das ist Kriegspielen, gefördert von der Schule. Ein Zwischenruf

Mein Sohn geht in die neunte Klasse einer Schule, die nach Albert Schweitzer benannt ist, dem Arzt und Theologen, dem ein friedliches Miteinander auf dieser Welt ein Anliegen war. Im Sommer fährt er mit seiner Klasse nach Berlin auf Klassenfahrt. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren gerade mit ihrer Lehrerin das Programm. Uns Eltern erreicht eine Anfrage der Lehrerin, ob wir einem »Lasertag-Spiel« in Berlin zustimmen würden.

Weil ich nicht weiß, was das ist, schaue ich kurz bei Wikipedia nach und lese von Lasergewehren, mit denen man gegeneinander antritt. Kriegsspiele? Es handelt sich um einen neuen »Trendsport« aus den USA. Private Anbieter haben in den vergangenen Jahren rund 150 Lasertag-Hallen in Deutschland eröffnet.

Von den anderen Eltern treffen per E-Mail Zustimmungen zu dieser Aktivität auf der Klassenfahrt ein. Ich teile per E-Mail mein Befremden mit. Einige Eltern meinen, dass es in erster Linie nicht um Krieg spielen gehe, sondern um sportliche Aktivität und Strategie.

Ich informiere mich im Internet genauer und stelle fest, dass es in Deutschland zahlreiche Lasertag-Arenen gibt. In deren Werbefilmen sehe ich junge Menschen, die sich Westen umlegen, sich mit Lasergewehren hinter Mauern und Wänden verschanzen und aufeinander schießen. Szenen wie in Syrien, im Irak und anderen Kriegsgebieten. Dazu Discomusik und Partystimmung. Alles scheint ein großer Spaß zu sein. (Übrigens hat man viele Leben – das zumindest unterscheidet Lasertag von der Realität.)

Ich rechne damit, dass sich noch andere Eltern gegen dieses makabere Spiel aussprechen, aber das geschieht leider nicht. Stattdessen erhalte ich E-Mails von Elter