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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2015
Und der Mensch schuf das Netz
Gott in der digitalen Revolution
Der Inhalt:
Vorgespräch

Meditieren mit der Belegschaft?

von Eva-Maria Lerch vom 10.04.2015
Fragen an Cornelia Löhmer, die eine Fachtagung zur »Achtsamkeit am Arbeitsplatz« organisiert

Publik-Forum: Frau Löhmer, das Giessener Forum lädt jetzt zum dritten Mal zu einer Fachtagung »Achtsamkeit am Arbeitsplatz« ein. Wer kommt dahin?

Cornelia Löhmer: Interessierte Menschen aus Unternehmen, Verwaltungen und Betrieben, Personalentwickler, Gesundheitsbeauftragte, Trainer und alle, die für die Mitarbeitenden und die Unternehmenskultur verantwortlich sind. Die Teilnehmenden suchen nach Wegen, wie sie dem Leistungsdruck und der Arbeitsverdichtung entgegenwirken können. Auf der Tagung erhalten sie konkrete Impulse, wie Menschen entspannter arbeiten können.

Wie sieht das konkret aus?

Löhmer: In verschiedenen Unternehmen und Verwaltungen kommen interessierte Mitarbeitende einmal in der Woche zusammen und praktizieren während der Arbeitszeit einfache meditative Übungen, die von der MBSR-Methode (Mindfulness Based Stress Reduction) nach Jon Kabat-Zinn inspiriert sind. Die Übungen sind an den beruflichen Alltag angepasst und dauern etwa 30 bis 45 Minuten.

Funktioniert das auch bei Fließbandarbeitern? Oder auf dem Bau?

Löhmer: Ja, es gibt beispielsweise ein deutsches Unternehmen, das zweimal täglich die Fließbänder anhalten lässt, damit die Belegschaft Zeit für achtsames Innehalten bekommt.

… damit die Menschen den Stress aushalten und weiter funktionieren?

Löhmer: Es gibt eine billige und eine teure Form der Vermittlung von Achtsamkeit am Arbeitsplatz. Die billige ist nur auf die Erhaltung der Arbeitskraft und die Vermeidung von Fehltagen gerichtet. Die teure – und das ist die, die wir mit der Tagung anregen – zielt auf eine menschlichere Unternehmenskultur. Sie schließt die Führungsetage ein und stößt auch ein Nachdenken über Strukturen, Gesprächsformen und Wertschätzung mit an.

Aber wäre es nicht viel sinnvoller, die Mitarbeitenden zu entlasten und strukturelle Veränderungen vorzunehmen?

Löhmer: Ja, aber auch die ergeben sich häufig aus der Praxis der Achtsamkeit am Arbeitsplatz. Das zeigen auch unsere Erfahrungen mit einer großen hessischen Verwaltung. Die 150 Mitarbeitenden, die dort seit neun Jahren zusammen üben, sind deutlicher zusammengewachsen. Sie entwickeln

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