Spagat zwischen Freiheit und Lebensgefahr
Die rasende Limousine des stellvertretenden Chefs des russischen Ölkonzerns Lukoil, Anatolij Barkow, gerät mitten in Moskau in einem riskanten Fahrmanöver über die Mittelspur und kollidiert mit einem entgegenkommenden Citroën. Die beiden Frauen in diesem Wagen erliegen wenig später ihren Verletzungen. Anatolij Barkow und sein Fahrer kommen mit einigen Prellungen davon. Doch dann verläuft alles nach Plan. Der Fahrer, ein ehemaliger Geheimdienstmann, wechselt die Nummernschilder; das staatlich kontrollierte Fernsehen vertuscht den Vorfall, und noch am gleichen Tag erklärt ein Moskauer Milizionär, schuld an dem Unfall sei die Fahrerin des Citroën. Doch Lukoil und die Moskauer Miliz haben ihre Rechnung ohne das Internet gemacht. Dort machen sich Wut und Empörung über die Arroganz der Macht breit. Da kam auch Präsident Medwedew nicht mehr umhin, eine echte Aufklärung des Falles zu fordern. Und auch der Chef der Moskauer Verkehrspolizei musste die Behauptung zurücknehmen, die Fahrerin des Citroën sei an dem Unfall schuld gewesen.
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