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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2013
Unser Papst?
Der Inhalt:

Post für Merkel

von Markus Dobstadt vom 22.03.2013
Kampagne von Pro Asyl für die Aufnahme von Flüchtlingen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird in den kommenden Wochen womöglich viele Briefe erhalten. Die persönlich unterzeichneten Schreiben machen auf ein humanitäres Drama aufmerksam, das sich derzeit am Rande Europas abspielt: Mehr als eine Million Menschen sind bislang vor dem Bürgerkrieg in Syrien in die Nachbarländer geflohen, die Hälfte von ihnen Kinder. »Viele von ihnen haben Schreckliches erlebt und sind schwer traumatisiert«, heißt es auf einem Flugblatt der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl zur Briefaktion. Der Verein will die Kampagne am Freitag, 22. März, starten, um auf das Elend der Menschen aufmerksam zu machen und die Bundeskanzlerin zur Aufnahme von Flüchtlingen zu bewegen. Die Aufforderung, den Musterbrief an Merkel zu schicken, geht an 60 000 Mitglieder, Spender und Sympathisanten von Pro Asyl.

»Deutschland muss politisch auf die Syrienkrise reagieren. Nur Zelte und Geld zu geben ist zu wenig«, sagt Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl Deutschland. Darüber hinaus fordert die Kampagne eine Änderung der europäischen Flüchtlingspolitik, die von Abschottung geprägt sei. »Eröffnen Sie den Schutzsuchenden gefahrenfreie Wege nach Europa«, heißt es in dem Brief an Merkel. Die Briefaktion knüpft an eine größere Kampagne an, die von Pro Asyl und anderen Flüchtlingsorganisationen schon vor vier Jahren gestartet wurde. Sie heißt »Save me«, rette mich. Der Bayerische Flüchtlingsrat hatte zuerst die Forderung nach einem Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Deutschland erhoben. Pro Asyl richtete eine Website für Save-me-Gruppen ein und stellte Informationsmaterial zur Verfügung. Die Resonanz war enorm. Bundesweit bildeten sich bisher mehr als fünfzig Unterstützergruppen, über sechzig Organisationen wie Arbeiterwohlfahrt und Diakonisches Werk Deutschlands geben der Initiative Rückenwind. 51 Städte sind bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. Sie alle fordern, ihnen und ihren Angehörigen ohne zusätzliches Asylverfahren dauerhaft Aufenthalt zu bieten.

Die Kampagne hat gewirkt. Im Dezember 2011 beschlossen die Innenminister der Bundesländer, drei Jahre lang jeweils 300 Flüchtlinge aufzunehmen. »Das ist ein Erfolg«, sagt Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt, »aber die Zahl ist viel zu gering für ein Land der Stärke Deutschlands«, fügt e

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