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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Skandalöse Lebensrisiken

von Michael Damm vom 04.05.2012
Unicef: Ein Drittel aller Kinder weltweit lebt im Slum

Nach Schätzungen von Unicef lebt mittlerweile ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen weltweit in überbevölkerten Slums. Diese Kinder haben meist keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen, Elektrizität, Gesundheitsversorgung oder Schulen. 30 bis 50 Prozent aller Neugeborenen in den rasch wachsenden Städten und Metropolen der Entwicklungs- und Schwellenländer würden nach der Geburt nicht einmal registriert, heißt es in dem Report von Unicef.

Danach steigt der Anteil der mangel- und unterernährten Kinder in Städten weltweit. Krankheiten wie Lungenentzündung, Tuberkulose und Durchfall seien in den überbevölkerten Stadtvierteln weit verbreitet; Impfkampagnen erreichten die Kinder oft nicht. Auch bleibe die Versorgung mit Trinkwasser hinter dem Bevölkerungswachstum in den Slums zurück. Als gravierend stuft das Hilfswerk weiter den Ausschluss armer Kinder von Bildungsmöglichkeiten ein. Stattdessen seien sie häufig Gewalt und Ausbeutung schutzlos ausgeliefert. Die soziale Ungleichheit in reichen Städten mit großer Slumbevölkerung lasse viele Kinder in die Kriminalität abgleiten.

Durch die rasante Urbanisierung gehöre »heute die wachsende Zahl von Kindern in den Slums und Hüttenvierteln zu den am meisten Benachteiligten und Verletzlichsten der Welt«, sagte Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake. Sie würden nicht nur ihrer Entwicklungschancen beraubt; den Gesellschaften fehle auch das wirtschaftliche Potenzial einer gut ausgebildeten und gesunden Stadtbevölkerung, so Lake.

Gemeinsam mit dem Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen (UNHabitat) fordert Unicef Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaften auf, mehr in die städtische Infrastruktur zu investieren. »Städte werden für immer mehr Kinder zu Orten der Armut«, erklärte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Nur wenn Millionen Kinder in Slums und heruntergekommenen Vierteln nicht länger ausgeschlossen würden, könnten sich Städte sozial und wirtschaftlich gerecht entwickeln.

Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes bestätigte die Ergebnisse des Berichts. Kinder in Metropolen wie Manila, Delhi, Johannesburg und Bogota trügen »skandalöse Lebensrisiken«. Die Kinder und ihre Familien müssten in

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