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Europas Seele bewahren, aber wie?

von Christian Feldmann vom 10.03.2000
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Erwin Möde
2000 Jahre Christentum und europäische Kultur
Styria. 192 Seiten. 48,? DM

Zur Jahrtausendwende fragen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen nach dem Einfluss des Christentums auf die Entwicklung der europäischen Kultur. Sie tun das meist so langatmig und langweilig, wie deutsche Professoren eben schreiben; Anregungen und Überraschungen gibt es trotzdem genug. Die Grundwerte Liberalität, Solidarität, Toleranz etwa gelangten zwar mit der »weltlichen« Aufklärung zum gesellschaftlichen Durchbruch, aber sie wurzeln klar in der christlichen Botschaft. Das wird aus mancherlei Beiträgen in dem Buch überraschend deutlich. Ebenso: Das römische Recht wurde sich mit zunehmender christlicher Prägung immer stärker ethischer Herausforderungen bewusst. Der »Hausvater« verlor das Recht, renitente Angehörige töten und unerwünschten Nachwuchs aussetzen zu lassen, die Gladiatorenspiele wurden verboten, die Ehefrau errang weitgehende rechtliche Gleichstellung mit dem Mann. Tragischerweise, auch das wird gut belegt, hat die Christenheit in ihrer Geschichte diese kernchristlichen Grundwerte oft genug mit Füßen getreten. Heute jedenfalls liege der Beitrag der Christen zur pluralistischen Kultur Europas unter anderem im Festhalten am übergesetzlichen Naturrecht und im Offenhalten der Tiefendimension des Lebens: Das Christentum müsse - gemeinsam mit den anderen Abrahamsreligionen - der europäischen Kultur die Seele bewahren, fordern viele Autoren des Buches.