Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2019
Sind wir noch zu retten?
Was in der Klimakrise hoffen lässt
Der Inhalt:

Der Hoffnungsträger

von Rudolf Stumberger vom 23.10.2019
Der äthiopische Ministerpräsidenten Abiy Ahmed reformiert sein Land und hat Frieden mit Eritrea geschlossen. Dafür erhält er den Friedensnobelpreis
Reformer im Eiltempo: Der äthiopische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed (Foto: pa/Francisco Seco)
Reformer im Eiltempo: Der äthiopische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed (Foto: pa/Francisco Seco)

Wer in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba die Menschen nach ihrer Meinung zur Regierung des Landes befragt, hört überwiegend positive Äußerungen. Denn der im April 2018 ins Amt gekommene Ministerpräsident Abiy Ahmed, dem jetzt der Friedensnobelpreis verliehen wurde, steht für den Aufbruch des Landes am Horn von Afrika.

Seit seinem Amtsantritt haben die Menschen in Äthiopien das Gefühl, es gehe voran. Abiy Ahmed, eigentlich ein Mann des alten Regimes, schlug rasch einen neuen Kurs ein. Journalisten und Oppositionelle wurden aus der Haft entlassen, ein berüchtigtes Foltergefängnis geschlossen. Er holte gleich viele Frauen wie Männer in sein Kabinett, was nicht nur für Afrika eine Besonderheit ist. Staatliche Firmen öffnete er für ausländische Investoren. Einem Paukenschlag kam gleich, als er den langjährigen Kriegszustand mit Eritrea beendete. In den Konflikten der Nachbarstaaten Sudan und Somalia vermittelte er.

Der 43-Jährige hat den Ausnahmezustand aufgehoben und diverse Reformen angepackt, zum Beispiel die Überarbeitung des Anti-Terror- und des Pressegesetzes. Ins Ausland geflohene Oppositionelle konnten zurückkehren. Er ist der erste Ministerpräsident aus der Volksgruppe der Oromo, die im Vielvölkerstaat Äthiopien die Mehrheit stellt.

Abiy Ahmed beendet lange Jahre der Repression

Mit seiner Politik beendet der äthiopische Ministerpräsident lange Jahre der Repression: Nach dem Militärputsch von 1974 gegen Kaiser Haile Selassi hatte ein sozialistisch-militärisches Regime die Macht übernommen, das 1991 von einer Rebellenallianz gestürzt wurde. Als die Regierungsparteien im Jahr 2005 ihre Macht durch die anstehenden Wahlen gefährdet sahen, unterdrück

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen