Neuanfang im Kloster nach dem Skandal
Die Mönche des Klosters Heiligenkreuz in Niederösterreich haben Simeon Wester zu ihrem neuen Oberen bestimmt, nachdem der langjährige Abt Maximilian Heim zurückgetreten war. Für den Rücktritt machte Heim gesundheitliche Gründe geltend. Viel deutet aber darauf hin, dass das Ergebnis der römischen Visitation eine Rolle gespielt hat. So wurde dem Kloster in diplomatischer Sprache nahegelegt, die theologische und spirituelle Ausrichtung zu überprüfen.
Die stark wachsende, konservativ-traditionalistisch ausgerichtete Gemeinschaft war in die Schlagzeilen geraten, als die Beziehungen des Mönches Edmund Waldstein zu US-amerikanischen Fundamentalisten und sein Plädoyer für die Todesstrafe an der ordenseigenen Hochschule bekannt wurden (vgl. Publik-Forum 17/2025, Seite 17). Zudem gab es interne anonyme Vorwürfe von Machtmissbrauch. Wester darf aufgrund der römischen Weisung sein Amt nur als Administrator für einen Zeitraum von drei Jahren ausüben. Er hat nicht dieselben Rechte wie ein Abt und muss sich bei wichtigen Entscheidungen mit Rom absprechen. Auch das spricht dafür, dass man in Rom die Entwicklung des Klosters genau verfolgt und gegebenenfalls korrigierend eingreift.

