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Mythos Familie

Aus Publik-Forum 17/2015: Bischöfe schwärmen für sie, Jesus hatte nichts für sie übrig. Die heilige Familie ist ein romantisches Idyll. Diese Erkenntnis entlastet. Und sie bedeutet: Ein Christ muss kein Moralapostel sein
von Michael Schrom vom 11.09.2015
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Ach Gott, die Familie! Muss man da immer hüsch im Rahmen bleiben? (Foto: maron/Fotolia)
Ach Gott, die Familie! Muss man da immer hüsch im Rahmen bleiben? (Foto: maron/Fotolia)

Es ist ein paradoxer Befund: Obwohl die Scheidungsrate bei vierzig Prozent liegt, die durchschnittliche Lebensdauer einer Ehe immer weiter sinkt, die Zahl der Alleinerziehenden und Patchwork-Familien ständig steigt, zeigen sämtliche Studien der letzten Jahren, dass gerade unter jungen Leuten das Bekenntnis zu Ehe und Familie noch stärker geworden ist. Wie wichtig ihnen Geborgenheit, Verlässlichkeit und Treue sind, kann man unter anderem an den Hochzeiten beobachten, die immer aufwendiger und perfekter inszeniert werden. Selbst wenn man mit Religion und Kirche sonst nichts zu tun haben will, so wünscht man sich doch für diesen Tag eine religionsartige Inszenierung mit Segen, gerne auch von nichtreligiösen Ritenanbietern. Selbst Haushaltsgerätehersteller werben mit dem Slogan: »Wir gehören zur Familie«.

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