Moderne Mönche im Herzen von Paris
Der abendliche Berufsverkehr schiebt sich an Saint-Gervais vorbei. Nach und nach betreten Männer und Frauen im weißen Gebetsmantel, ein Holzbänkchen unter dem Arm, den Chorraum der Kirche. Eine halbe Stunde verweilen sie im stillen Gebet. Die Kirchentür klappt auf und zu. Städter kommen, um die Vesper und die Messe in Saint-Gervais mitzufeiern. Als die Glocken um kurz nach sechs verstummen, stehen alle auf - die 50 Ordensleute im Chor und die Menschen im Kirchenschiff. Weit über hundert sind es heute. Im Herzen von Paris, auf halbem Weg zwischen der Kathedrale Notre Dame und dem Centre Pompidou, versammelt sich in der Kirche Saint-Gervais drei Mal am Tag eine junge Ordensgemeinschaft. Jung ist sie im doppelten Sinn: Erst vor 25 Jahren wurde die »Monastische Gemeinschaft von Jerusalem« gegründet. Jung sind auch die meisten Brüder und Schwestern. Neben Paris gibt es Gemeinschaften in Blois, Straßburg, Vezelay, Florenz und bald auch in Brüssel und Istanbul. Inzwischen sind es insgesamt 130 Schwestern und Brüder aus 30 Nationen.
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