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Leserbrief
Jesus und die Kinder

vom 22.09.2026 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer versenken? Kann man diese Strafandrohung Jesu auf den Missbrauch von Kindern beziehen? (Christian Schramm) Nein! Warum? Die Frage ist falsch! Die Aussage von Matthäus 18,6 ist keine »Strafandrohung Jesu«. So oft ich diesen Vers lese; ich finde nicht den Hauch eines »Gesetzes«, das Jesus der Gemeinde gegeben haben soll. Mir ist auch nicht bekannt, dass es je ein solches Gesetz gegeben hätte. Ob das Wort aus Jesu Mund stammt, ist fraglich. Dennoch: Es ist hart und der Nachfrage wert. Aber es taucht nie als »Imperativ« auf. Im Gegenteil! – »Wer immer eines dieser Kleinen, die mir vertrauen, verführt, für den wäre es besser …«, formuliert das »Neue Jüdische Testament«. In der von Fridolin Stier übersetzten Version heißt es schärfer: »dem gehört, dass …« Aber es bleibt eine Meinung, über die man diskutieren kann. Im griechischen Text wird zwar die Untat am Kind schärfer benannt. Wo deutsche Übersetzer »verführen« sagen, oder »Ärgernis geben«, sagt der Grieche »skandalise«, also einen handfesten Skandal auslösen. Auch hier bleibt das Wort eine Meinung, der selbstredend ein besonderes Gewicht zukommt. Josef Beda Bollhalder, Böblingen

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 18/2026 vom 25.09.2026, Seite 62
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