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Die Tagebücher des Kardinals Faulhaber

vom 11.08.2026
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Michael Faulhaber (1869-1952) ist eine prägende Gestalt der jüngeren Kirchengeschichte. 35 Jahre lang war er Erzbischof von München und Freising, zuvor Bischof von Speyer, ernannt vom letzten bayerischen König. Er erlebte den Untergang des Königreiches Bayern, die Münchner Räterepublik, die Weimarer Republik, die NS-Diktatur und die junge Bundesrepublik. Die Tagebücher mit 10 729 Einträgen und 200 Gesprächsprotokollen, verfasst in der »Gabelsberger Kurzschrift«, die heute kaum jemand mehr beherrscht, geben Einblick in seine Kontakte zu etwa 17 000 Personen. Nach zwölfjähriger Arbeit eines interdisziplinären Forschungsteams unter der Leitung von Hubert Wolf sind sie nun unter www.faulhaber-edition.de online zugänglich. Sie zeigen einen Kirchenfürsten, der den antisemitischen Denkmustern seiner Zeit verhaftet blieb, gleichzeitig Mitglied der Vereinigung »Amici Israel« war, der von den Euthanasiemorden wusste und öffentlich zum Holocaust schwieg, sich aber im Verborgenen für getaufte Juden einsetzte und Kontakte zum deutschen Widerstand pflegte. Der nebenstehende Beitrag basiert auf einem Vortrag der beiden Kirchenhistoriker Hubert Wolf (Münster) und Matthias Daufratshofer (Paderborn).

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