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Es lebe der kleine Unterschied

Katholiken-Protestanten: Was trennt, ist aus Pappe.
von Peter Rosien vom 23.06.2000 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Es tut mir Leid, wir haben hier einen Kirchentag in Hamburg. Es ist alles belegt«: Ein Gespräch an der Hotelrezeption, zufällig mitgehört. Später im Taxi, unterwegs zu meinem abseits gelegenen Veranstaltungsort, der Fahrer: »Ach ja, da is? doch so?n Kirchentag hier!« Rückerinnerung an die letzten Redaktionskonferenzen: »Wer berichtet nun was vom Kirchen-, äh, Katholikentag?« Will sagen: In der Umgangssprache ist der Katholikentag schon recht deutlich in den (evangelischen) Kirchentag eingemeindet. Die Leute bevorzugen den »Kirchentag«, nicht nur, weil er zwei komplizierte Silben weniger hat, sondern weil er sich im öffentlichen Bewusstsein als Begriff für die regelmäßigen nationalen Christentreffen gefestigt hat. Ob sich das Ding nun evangelisch oder katholisch nennt, spielt anscheinend keine Rolle. Kann es eigentlich ein besseres Omen für Berlin 2003 geben? Der geplante erste ökumenische »Kirchentag«, gemeinsam gestaltet von Katholiken und Evangelischen, ist im Unterbewussten der Sprache schon längst Realität. Die Lehre daraus: Man wird nach Berlin nicht wieder gut zurück können zu getrennten konfessionellen Christentreffen, gemeinsames Abendmahl hin oder her. Alle zwei Jahre ein großes Treffen in Deutschland. Davon könnten wohl noch einige christliche Impulse ausgehen.

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