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Erwerbsunfähig und depressiv: Wie Jürgen Gundlach aus der Psychiatrie zurück ins Leben fand
von Markus Götte vom 12.05.2006 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Auf seinen Körper konnte sich Jürgen Gundlach noch nie 100 Prozent verlassen, auf seine Intelligenz schon. Die brachte ihn bis weit nach oben in einer Versicherungsgesellschaft. Doch als seine Psyche einen Knacks bekam, landete er in der Psychiatrie. »Dass das so rasend schnell gehen kann, das hätte ich nie für möglich gehalten.« Jürgen Gundlach, groß, graue Haare, fester Händedruck, redet entspannt über seine Lebenskrise. Der 56-Jährige mit dem jugendlichen Gesicht und dem Oberlippenbart sieht nicht aus wie einer, der vor KLurzem suizidgefährdet war. »Aber es ist noch gar nicht so lange her, da konnte ich das hier nicht ertragen.« Gundlach deutet auf die Menschen in der hannoverschen Fußgängerzone um ihn herum. »Die hätten mich in Panik versetzt.« Wenn überhaupt, traute er sich erst im Dunkeln aus dem Haus. Er wollte niemanden sehen und schon gar nicht erkannt werden. »Na, Herr Gundlach, wie geht es Ihnen?« Vor dieser Frage fürchtete er sich, denn die richtige Antwort lautete damals: »Schlecht. Ich bin erwerbsunfähig und depressiv.« - Das hätte er nicht sagen können. »Das ist doch immer noch ein Tabu, darüber spricht man nicht.«

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