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Raub, Deportation und Nachkriegs-Schikanen

Auch in den Niederlanden gehorchten die Beamten und machten Banken gute Geschäfte auf Kosten der Juden.
von Annette Birschel vom 10.03.2000 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Das große Wort ist gesprochen. 55 Jahre nach Kriegsende hat sich die niederländische Regierung bei den Juden entschuldigt. Dafür, dass sie »kalt und bürokratisch« empfangen wurden, dafür, dass finanzieller und materieller Schaden nur unzureichend wiedergutgemacht wurde. »Es war beschämend, und es tut uns leid«, sagte jetzt Ministerpräsident Wim Kok. Rund 220 Millionen Mark will die Regierung an die jüdische Gemeinschaft bezahlen. Diesen Betrag hatte eine Regierungskommission empfohlen. Es soll eine moralische Geste sein. Doch der jüdischen Gemeinschaft reicht das nicht aus. »Es geht um viel mehr«, sagt Ronnie Naftaniel, Direktor des Informations- und Dokumentationszentrums Israel und einer der Sprecher der jüdischen Gemeinschaft. Sie überprüft zur Zeit, wie groß der Schade, wie hoch die Gewinne des Staates waren. »Ich warte als Jude nicht auf ein Almosen des Staates«, sagt auch der jüdische Professor Isaac Lipschits. »Ich will, dass ausgerechnet wird, um wie viel sich der Staat durch den Holocaust bereichert hat, und dieser Betrag muss nach heutigem Wert vervielfacht werden. Wie viel oder wie wenig das auch ist, darauf haben wir ein Recht.« Experten denken, dass es um rund eine Milliarde Mark gehen kann.

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