Milliarden Sonnen und Planeten: Der Spiegel des Unendlichen
Am 17. Februar des Jahres 1600 auf dem Blumenmarkt in Rom wurde nach achtjähriger Kerkerhaft der Dominikanermönch Giordano Bruno im Alter von 52 Jahren von Handlangern der Heiligen Inquisition bei lebendigem Leibe verbrannt. Die vorgebrachten Beschuldigungen der römischen Kirche gelten bis heute, ohne das Problem zu begreifen, das diese überragende Persönlichkeit der Renaissance-Zeit als erste gesehen hat. - Noch am 3. Februar dieses Jahres erklärte der Päpstliche Haustheologe Georges Cottiers in der katholischen Tageszeitung »Avvenire«, Bruno könne nicht rehabilitiert werden, »weil sein Denken niemals katholisch war«. Und der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Paul Poupard, ergänzte in der Tageszeitung »Corriere della Sera«, dass ein gläubiger Christ die Thesen Brunos über die Menschwerdung und die Dreifaltigkeit »auch heute nicht akzeptieren« könne. Als ob die Frage nach Gott sich reduzieren ließe auf die dogmatische Tradition einer bestimmten Konfession, Religion oder Region! Als ob sich die Wahrheit Gottes finden ließe durch das Rezitieren überkommener Formeln!
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
