Mit jeder Erinnerung geben wir uns ein Gesicht
Gedenke des ganzen Weges, den dich der Herr, dein Gott, diese 40 Jahre in der Wüste geleitet hat! (5 Mos. 8,2). Wir haben eine Herkunft. Wir sind nicht untergegangen in der letzten Zeit, durch welche Wüsten wir auch gegangen sind. Für einige waren nur wenige Lebensbrote da, eben das Manna für den einen Tag, das Wasser für diesen Augenblick des Durstes. Aber wir sind nicht untergegangen. Unsere Hoffnung wird stark, wenn wir des Gelingens und der Rettungen gedenken, die wir erfahren haben. Das Leben wird sichtbar, wo wir es besingen, wo wir nicht nur beklagen, was uns nicht gelungen ist, sondern wo wir Augen und Gedächtnis haben für alle Güte, die uns begleitet hat. Jede Hoffnung wächst aus der Erinnerung an das, was uns schon gelungen und schon geschenkt ist. Wenn es auch nicht das ganze Glück war, so war es das halbe. Wenn auch nicht alles gelungen ist, so vielleicht die Hälfte unserer Absichten. Wenn wir auch nicht von allen Schmerzen bewahrt wurden, so vielleicht vor den größten Niederlagen. Vielleicht! Die Dankbarkeit liest das Leben gut, vielleicht manchmal besser, als es ist. Der Dank erschafft die Welt ein zweites Mal.
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