»Da wächst du nei«
Als ich die Kinder der vierten Klasse vor mir sitzen sah, war ich in Gedanken auch wieder zehn Jahre alt. Ich musste an unsere Armut früher denken, an die selbstgestrickten Pullover und Socken und an meine viel zu großen Schuhe. »Da wächst du nei«, sagte meine Mutter immer, wenn sie mir Schuhe zwei Nummern zu groß kaufte und ich auch im Sommer zwei Paar Socken übereinander anziehen musste, um nicht herauszurutschen. Ich dachte an das karge Schulfrühstück, das ich jeden Morgen mitbekam, und daran, wie es sich anfühlte, einen leeren Bauch zu haben und reiche Kinder zu sehen, die herzhaft in ein Schinkenbrot beißen.
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