Wunibald Müller
Wunibald Müller, Leiter des Recollectio-Hauses von 1991 bis 2026, hat Pater Anselm Grün gegen den Vorwurf verteidigt, er habe sich für die Versetzung eines Sexualstraftäters von Paderborn nach Würzburg eingesetzt. »Anselm Grün ging bei seinem Gespräch mit Personalverantwortlichen davon aus, dass von dem besagten Priester keine Gefahr für Übergriffe gegenüber Minderjährigen ausgeht.« Wer einen anderen Eindruck erweckt, werde Pater Anselm Grün nicht gerecht. »Im Unterschied zur offiziellen Kirche, die oft über lange Zeit weggeschaut hat, haben Pater Anselm und wir im Recollectio-Haus uns nicht weggeduckt, sondern uns der furchtbaren Wirklichkeit sexualisierter Gewalt im Kontext der Kirche gestellt. Wir haben im Unterschied zu vielen Verantwortlichen in der Kirche den Schrei der Opfer gehört, weil wir ihn auch aus ihrem eigenen Mund vernommen haben und er unser Herz erreicht hat«. Es gibt laut Müller »innerkirchlich keine andere Einrichtung, die in den vergangenen 30 Jahren so unerschrocken sich dafür stark gemacht hat, dass die offizielle Kirche endlich zuerst die Opfer sieht und das angeht, was nötig ist, um sexualisierte Gewalt in der Kirche gegenüber Minderjährigen, aber auch gegenüber Erwachsenen zu verhindern«. Das Recollectio-Haus ist eine Einrichtung der Abtei Münsterschwarzach, die Priestern, Ordensangehörigen und Mitarbeitenden in der Seelsorge vier- und achtwöchige Auszeiten mit Begleitung durch Psychotherapeutinnen und geistlichen Begleitern anbietet. Anselm Grün ist Geistlicher Leiter des Recollectio-Hauses.

Personen und Konflikte