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Jacques Mourad

Der syrisch-katholische Erzbischof von Homs rät syrischen Geflüchteten von einer baldigen Rückkehr in ihre Heimat ab.
vom 26.07.2026
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Jacques Mourad. (Foto: PA/SIPA/Grzegorz Galazka)
Jacques Mourad. (Foto: PA/SIPA/Grzegorz Galazka)

Jacques Mourad, syrisch-katholischer Erzbischof von Homs, beschreibt die Sicherheits- und Wirtschaftslage in seinem Heimatland weiterhin als katastrophal. Trotz des Sturzes von Baschar al-Assad Ende 2024 gebe es keine stabile Freiheit oder Sicherheit. Mourad rät Geflüchteten derzeit von einer Rückkehr nach Syrien ab. Der Erzbischof nimmt sowohl die seit Ende 2024 an der Macht befindliche Regierung in die Pflicht wie auch die internationale Staatengemeinschaft. Die USA und Israel, aber auch die Europäische Union interessierten sich nicht für das Wohl des syrischen Volkes, sagte Mourad vor Journalisten in Wien.

Mourad, der selbst von der Terrormiliz IS verschleppt wurde, erinnert sich noch genau an den Sturz des Langzeitmachthabers Bashar al-Assad und die Aufbruchstimmung im Land. »Alle Menschen feierten dieses unglaubliche Ereignis. Wir glaubten, endlich Freiheit erlangt zu haben und ich habe in dieser Nacht endlich wieder einmal tief und gut geschlafen.« Gut zwei Monate später kam es in Homs zu ersten bewaffneten Konflikten und Angriffen von islamistischen Milizen auf Alawiten. »An diesem Tag hat mein Kampf für die Freiheit erneut begonnen«, so Mourad.

Die Regierung sei nicht im Stande oder gewillt, die grassierende Gewalt einzudämmen. Waffen und gewalttätige sunnitische Gruppierungen seien allgegenwärtig. Die Racheakte richteten sich in erster Linie gegen Alawiten und Drusen, denen man vorwirft, mit dem Assad-Regime kollaboriert haben. Das sei ein guter Vorwand, um gegen religiöse Minderheiten vorzugehen, denen die Islamisten vorwerfen, vom wahren muslimischen Glauben abgefallen zu sein, meint Jacques Mourad. Christen stünden derzeit weniger im Fadenkreuz der Islamisten, dennoch sieht der Erzbischof die Religionsfreiheit in Syrien extrem gefährdet. Die Vielfalt der Gesellschaft, auch die religiöse, habe für die neue Regierung keinen Wert, auch wenn man sich international moderat gebe.

Jacques Mourad gilt als einer der profiliertesten Vertreter der Kirchen Syriens. Er gehört der Klostergemeinschaft Mar Musa an, die für interreligiöse Versöhnung und gegenseitige Wertschätzung steht.

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Schlagwort: Religionsfreiheit
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