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Güner Yasemin Balci

Die Neuköllner Integrationsbeauftragte fordert härtere Konsequenzen gegenüber Gemeinden, die Homophobie predigen. Gleichzeitig warnt sie vor einer pauschalen Verurteilung der muslimischen Community.
vom 27.07.2026
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Güner Yasemin Balci. (Foto: pa/ Kay Nietfeld)
Güner Yasemin Balci. (Foto: pa/ Kay Nietfeld)

Güner Yasemin Balci, parteilose Integrationsbeauftragte in Berlin-Neukölln, hat mehr Einsatz gegen Islamismus und Homophobie gefordert. In ihrem Bezirk gebe es seit Jahren ein massives Problem mit homophoben Übergriffen, sagte Balci am Montag dem Deutschlandfunk. In Neukölln beobachtet die Integrationsbeauftragte eine doppelte Angst: Einerseits fürchteten viele Migrantinnen und Migranten, selbst Opfer von islamistischer Gewalt und Radikalisierung zu werden. Andererseits sei die Sorge groß, pauschal mit Islamisten gleichgesetzt und zum Ziel antimuslimischer Ressentiments zu werden.

Balci warnt ausdrücklich davor, Muslime pauschal unter Verdacht zu stellen. Viele Menschen aus muslimisch geprägten Ländern lebten keineswegs feindselig gegenüber Andersgläubigen oder queeren Menschen. Doch es gebe fanatisierte Gruppen und religiöse Milieus, die ein ganz anderes Weltbild verträten. Die Täter seien »durch und durch ideologisiert«, so Balci. Verachtung gegenüber anderen werde teils früh vermittelt, in Familien, aber auch in einschlägigen Moscheegemeinden. »Homophobie ist etwas, was ganz klar in sehr vielen reaktionären Gemeinden regelmäßig gepredigt wird«.

Balci hält es für falsch, von der muslimischen Community allein zu erwarten, gewaltbereite Islamisten zu kontrollieren. Das sei Aufgabe des Staates. Die Integrationsbeauftragte fordert mehr Konsequenz, wenn in Gemeinden Homophobie gepredigt wird. Notfalls sollten solche Gemeinden geschlossen werden. Gegen eine ideologisch gefestigte »Gegengesellschaft« helfe kein einzelnes Integrations- oder Präventionsprojekt.

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Schlagwörter: Homophobie Islamismus
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