Emmanuel Macron
Emmanuel Macron, Staatspräsident in Frankreich, wird nicht an einem der drei großen Papst-Gottesdienste teilnehmen, sondern Leo XIV. am Flughafen und an seinem Amtssitz empfangen. Über die Gründe wird heftig spekuliert, zumal Macron 2023 als Privatmann und Katholik an der Messe von Papst Franziskus in Marseille teilgenommen hat, was damals für großes Aufsehen gesorgt hatte.
Einige Medien vermuten, dass Macron bewusst zur Tradition der strikten Trennung von Staat und Kirche (laicité) zurückkehren wolle. Andere vermuten, dass der französische Staatspräsident verstimmt ist, weil der Papst das Angebot einer persönlichen Führung durch die wiederaufgebaute Kathedrale Notre-Dame ausgeschlagen habe. Außerdem wolle Leo XIV. auf Distanz gehen, weil ihm die liberale französische Gesetzgebung in bioethischen Fragen missfalle.
Unter Macron wurden unter anderem ein Recht auf Abtreibung und assistierten Suizid verabschiedet. Der Pariser Erzbischof Laurent Ulrich betonte, dass der Papst sehr genau um das stark polarisierte politische Klima in Frankreich wisse. Er werde nicht als Politiker auftreten oder ein politisches Programm einfordern, sondern für Versöhnung und Einheit werben. Leo XIV. habe »nie gezögert, zu sagen, dass alle zusammenarbeiten müssen, um ein Land aufzubauen, und dass es nicht ausreicht, einen Führer zu haben, der allen vorschreibt, was sie zu tun haben.«
Die Resonanz auf die heute beginnende Papstreise übertrifft alle Erwartungen. Die 80 000 Plätze für eine Begegnung mit Jugendlichen im Stade de France waren innerhalb von Minuten vergeben, mehr als eine halbe Million Menschen wollen beim Gottesdienst an der Place de la Concorde dabei sein. Auch in Lourdes und in Metz werden Hunderttausende erwartet.

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