Zur mobilen Webseite zurückkehren

Danger Dan

Das ZDF hat den Musiker ausgeladen. Grund ist ein Song, in dem Menschen aufgefordert werden, sich auf eine Konfrontation mit Rechten vorzubereiten.
vom 21.07.2026
Artikel vorlesen lassen
Der Rapper Danger Dan ist bekannt für provokante Texte, mit denen er sich gegen Rechtsextremismus wendet. (Foto: PA/SZ Photo/Thomas Vonier)
Der Rapper Danger Dan ist bekannt für provokante Texte, mit denen er sich gegen Rechtsextremismus wendet. (Foto: PA/SZ Photo/Thomas Vonier)

Danger Dan, Rapper mit dem bürgerlichen Namen Daniel Pongratz, darf nicht in der ZDF-Satiresendung »Die Anstalt« auftreten. In der Sendung vom 21. Juli sollte auch der Pianist Igor Levit mitwirken. Die Hausleitung des ZDF begründet die Ausladung damit, dass der Song »Keine Angst«, den die beiden Musiker präsentieren wollten, zu Gewalt aufrufe.

In einer Erklärung des Senders heißt es, der Text könne als Anleitung zum politischen Extremismus verstanden werden, »der Selbstjustiz propagiert und rechtswidrige Taten und Gewalt nicht ausschließt«. Danger Dan setzt sich in dem Lied inhaltlich mit dem Aufstieg des Rechtsradikalismus und der AfD auseinander und spielt Abwehrszenarien durch.

Die Textstellen, die das ZDF rügt, lauten: »Keine Angst, nehmt es selber in die Hand / Die seh’n gefährlich aus, aber wir legen sie lang / Koordiniert euch, fangt an zu trainier’n / Wenn ihr zusammen kämpft, dann kann es funktionier’n ...« Zum Schluss, so beanstandet der Sender, würden zudem Personen gegrüßt, deren Vornamen identisch seien mit den Namen bekannter, teilweise verurteilter Linksextremisten.

Die Journalistenverbände Verdi und der DJV kritisierten die Entscheidung des ZDF als unangemessenen Eingriff in die Redaktionsfreiheit der »Anstalt«. Die Sendung wird am 21. Juli zum 100. Mal ausgestrahlt. Die Macher, Maike Kühl, Max Uthoff und Claus von Wagner, haben der Jubiläumsausgabe den Titel die »AntifAnstalt« gegeben. Der Auftritt von Danger Dan und Igor Levit sollte einer der Höhepunkte werden. Die Aufzeichnung ist in der Mediathek abrufbar.

Die drei Kabarettisten erklären sich mit der Ausladung nicht einverstanden und verteidigen das Lied. Der Staat, sagt Maike Kühl, setze sein Gewaltmonopol nicht durch. Deshalb sei es eine Pflicht, das Lied zu präsentieren und darüber zu diskutieren.

Danger Dan selbst bestreitet, dass sein Song ein Aufruf zur Gewalt sei. Auf Instagram wirft er dem ZDF vor, die Meinungs- und Kunstfreiheit zu unterdrücken. Im »Spiegel« spricht er von »Zensur«. Er vermutet auch politische Motive. Igor Levit nennt die Absage »skandalös«.

4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper
Schlagwörter: AfD Musik
Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0