Bernd Bornhorst
Bernd Bornhorst, Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, kritisiert die Bundesregierung scharf für die Zusammenarbeit mit dem afghanischen Taliban-Regime. »Das Signal aus Deutschland ist die Anerkennung des Unrechtregimes statt Solidarität und Unterstützung für die leidende Bevölkerung«, sagte Bornhorst anlässlich des fünften Jahrestags der Machtübernahme der Taliban.
Mit Erlaubnis der Bundesregierung leiten Vertreter des afghanischen Regimes inzwischen die Botschaft in Berlin und das Generalkonsulat in Bonn. Laut Misereor handelt es sich dabei um eine »zunehmend direkte Anerkennung und Zusammenarbeit mit dem islamistischen Terrorregime«.
Die Bundesregierung habe außerdem Gelder für humanitäre Hilfe, Bildung und Entwicklung drastisch gekürzt, so Bornhorst. Das mache es Hilfswerken immer schwerer, zu helfen.
»Ist es für die deutsche Bundesregierung nicht mehr so schlimm, dass ältere Mädchen und Frauen von jeglichen Bildungsangeboten kategorisch ausgeschlossen werden, dass Kinder ab zwölf Jahren verheiratet werden dürfen, dass Körperstrafen bis hin zu Steinigung von Frauen, die angeblich Ehebruch begehen oder von zu Hause weglaufen, Praxis in Afghanistan ist?«, fragt Bornhorst. Er fordert, Deutschland solle sich in seinen Kontakten mit den Taliban dafür einsetzen, dass der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und Bildungen erhalten bleibt.

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