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Die Geschichte vor der eigenen Haustür
Kurstadt mit Schatten

In Bad Soden am Taunus gab es die israelitische Kuranstalt und eine rege jüdische Gemeinde. Spätestens mit der Pogromnacht 1938 war die Stadt fest in der Hand der Nationalsozialisten. Angehörige jüdischer Familien aus Amerika und Israel suchen die Spuren ihrer Vorfahren.
von Silke Fries vom 18.09.2026 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Wilhelm Strauss mit Frau und Tochter Hannelore in Bad Soden; sie flohen 1937 in die USA (Foto: privat)
Wilhelm Strauss mit Frau und Tochter Hannelore in Bad Soden; sie flohen 1937 in die USA (Foto: privat)

Ken Krug hat Bad Soden am Taunus mit nach Kalifornien genommen, in seinen Erinnerungen. Er war 18, als er seinem Großvater, den alle nur Papa Willi nannten, einen Wunsch erfüllte: Ken reiste mit Wilhelm Strauss 1970 nach Hessen. 33 Jahre, nachdem er vor den Nationalsozialisten geflohen war. Im Alter wollte der Großvater noch einmal die Gräber der Familie besuchen, die seit Generationen in Bad Soden am Taunus Viehhändler gewesen waren. »Papa Willi hat nicht viel über Bad Soden erzählt«, erinnert sich sein Enkel, der heute selbst Großvater ist, »aber als wir eine Straße entlang gingen, kam eine Frau auf ihn zu und rief ›Willi, Willi‹ und dass sie froh sei, ihn zu sehen. Und er hat ihr ins Gesicht gespuckt«. So was habe er nie zuvor in seinem Leben gemacht, sagt Ken: »Er hat sich zu mir umgedreht und gesagt: Sie war einer der schlimmsten Nazis in Bad Soden.«

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