Sie konnten nicht hassen
Die Straße meines Großvaters
Bad Soden am Taunus war eine beliebte Kurstadt – bis
1938 auch bei jüdischen Patienten. Dr. Max Isserlin leitete
dort als Badearzt von 1900 bis 1938 die Israelitische Kuranstalt. Er war ein anerkannter Arzt, Bürger und Gemeindevorsteher in der Synagoge. Am 10. November 1938 stürmte der Mob die Kuranstalt, zündete das Haus an,
die Patienten wurden aus ihren Betten gerissen und
deportiert und ermordet. Dr. Max Isserlin wurde verhaftet und nur durch Glück konnten seine Frau und er aus Deutschland fliehen. Die zwei Kinder, Ruth und Bruno, lebten da bereits in England. Wir haben mit der
Psychoanalytikerin Ora Goldschmidt gesprochen, der
Enkelin von Dr. Max Isserlin. Sie lebt bei Jerusalem.
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