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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

Kommt der Krieg jetzt nach Deutschland?

von Jan Jessen vom 15.11.2019
Der Angriff der Türkei in Nordsyrien treibt einen Keil zwischen Deutsch-Kurden und Deutsch-Türken
In Köln demonstrierten im Oktober in Solidarität mit den Kurden rund zehntausend Menschen. Auch zahlreiche Bundestagsabgeordnete aller Parteien (außer der AfD) nahmen teil (pa/Krick)
In Köln demonstrierten im Oktober in Solidarität mit den Kurden rund zehntausend Menschen. Auch zahlreiche Bundestagsabgeordnete aller Parteien (außer der AfD) nahmen teil (pa/Krick)

Ein Meer von gelb-rot-grünen Fahnen zieht am 19. Oktober durch die Kölner Innenstadt. Es sind die Farben Kurdistans. Etwa 10 000 Menschen haben sich an diesem kühlen, regnerischen Herbsttag auf den Weg in die Domstadt gemacht, um gegen den türkischen Angriffskrieg auf die kurdische Region im Norden Syriens zu protestieren. Aus dem Demonstrationszug schallt »Bji Berxwedana Rojava« und »Jin Jiyan Azadi«, »Hoch lebe der Widerstand in Rojava« und »Frau, Leben, Freiheit«. Es herrscht eine Mischung aus Wut, Entsetzen und Trauer.

Rund 1,5 Millionen Menschen mit kurdischen Wurzeln leben hierzulande, schätzt Ali Ertan Toprak, der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde, einem Dachverband kurdischer Vereine. Die ersten Kurden kamen nach dem Anwerbe-Abkommen mit der Türkei 1961 als Gastarbeiter nach Deutschland. Zuletzt flüchteten viele Kurden hierher, als der sogenannte Islamische Staat ihre Heimat bedrohte: Unter den rund 800 000 Syrern, die seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 nach Deutschland kamen, sind etwa ein Drittel Kurden.

Kurden als Spielball der Mächtigen

Die kurdische Community in Deutschland ist heterogen. Manche sympathisieren mit der als Terrororganisation geltenden PKK, manche mit anderen kurdischen Parteien, die meisten jedoch sind unpolitisch. Was sie eint, ist das Bewusstsein, einem Volk anzugehören, dem in seiner Geschichte die Herausbildung einer eigenen Staatlichkeit verwehrt wurde, dessen Identität immer wieder ausgelöscht werden sollte, und das in den vergangenen Jahrzehnten wiederholte Male zum Spielball der Mächtigen wurde.

Jetzt treibt sie der türkische Angriffskrieg gegen das vornehmlich kurdisch besiedel

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