Ich habe einen Traum
Ich habe einen Traum: Ich möchte in Deutschland in Frieden leben, hier einmal arbeiten und eine Familie gründen. Ich habe schon viele Freunde hier, Menschen, die mir geholfen haben. Ich heiße Afrin Akter und kam am 2. März 2014 in Deutschland an. Aus Bangladesch. Damals war ich 16 Jahre alt, ich bin ein unbegleitetes Flüchtlingskind, kam allein, ohne Eltern und Geschwister her. Auf der Flucht – ich war 21 Tage in einem Lastwagen unterwegs – hatte ich den Koran und das Kleid, das Sie auf dem Bild sehen, in meiner Tasche. Ich habe es nun extra für dieses Foto angezogen. Hier in Berlin mache ich gerade eine Ausbildung. »D&B Sprungbrett« ermöglicht sie jungen Flüchtlingen wie mir, die erst einen Asylantrag gestellt haben. Damit kann ich später einmal Verkäuferin werden. In diesen Tagen ist es kalt geworden in Deutschland. Ein bisschen jedenfalls. Ich habe natürlich auch manchmal Angst: immer, wenn ich zur Ausländerbehörde gehen muss. Die einen sagen, du kannst bleiben, die anderen, Deutschland ist voll, es ist kein Platz mehr für dich. Dann schließe ich die Augen und denke an meinen Traum.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
