Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2012
Wer rettet den Euro vor seinen Rettern?
Europa am Scheideweg
Der Inhalt:

Gewaltfrei leben

von Gisela Dürselen vom 21.09.2012
Die Initiative »Ökumenisch Frieden lernen« bildet aus

»Bist du jetzt völlig friedlich oder was?« Fragen wie diese hört Inge Gnau öfter, seitdem sie 2008 den ersten Kurs in gewaltfreier Konfliktbearbeitung begann. Inzwischen ist die gelernte Biologielaborantin im Trainerinnenkurs – mit der Aussicht, selbst Kurse zu leiten. »Was nützen dir diese Kurse, wenn du schon einen Beruf hast?«, fragen andere. Und: »So gewalttätig warst du doch auch vorher nicht.«

Bei Einwendungen dieser Art hat es die 34-Jährige nicht leicht, eine Erklärung zu finden. Denn Methoden und Theorien sagen nicht wirklich das aus, was ihr die Kurse beim Verein Gewaltfrei handeln – ökumenisch Frieden lernen gebracht haben. Das Gelernte ist eben nicht messbar, sondern zeigt sich in vielen kleinen, alltäglichen Konflikten. Und vor allem: Lernen geschieht hier anders. Denn »Gewaltfrei handeln« hat unter den Organisationen, die zivile Friedenskräfte ausbilden, eindeutig christliche Wurzeln – und zugleich die Offenheit für Menschen aller Religionen und Weltanschauungen.

»Wir regen die Einrichtung von ökumenischen Schalom-Diensten an«, hieß es 1989 in der Schlusserklärung der Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel. Das war der Start-Impuls für »Gewaltfrei handeln«. 1992 begann die Initiative unter dem Namen Ökumenischer Dienst/Schalomdiakonat als Bildungswerk für gewaltfreie Konfliktbearbeitung. Zwanzig Jahre später gibt sich der Verein ein modernes Gesicht: Mit neuem Namen, neuer Website und neuem Logo. Geblieben ist der Kern des Anliegens: das biblische Leitbild vom gerechten Frieden und ein Verständnis von Gewaltfreiheit als Grundhaltung, nicht bloß als Methode.

Techniken und Analysen – das gibt es auch bei »Gewaltfrei handeln«. Doch es gibt noch mehr: Von den Schnupperkursen bis zu den großen Ausbildungen geht es auch um interreligiöse Kompetenz, um die Weiterentwicklung der Persönlichkeit, um eigene Konfliktmuster und vor allem um persönliche, spirituelle Kraftquellen. Spiritualität wird dabei auch politisch verstanden. Ehemalige Absolventen, die Friedensarbeit zu ihrem Beruf gemacht haben, sind Kooperationspartner auf dem Balkan, in Südafrika und auch in Deutschland.

Die Initiative brachte ihre Kompetenzen ein, indem sie die Ausbildungsinhalte für das deutsche Forum Ziviler Friedensdienst mitentwickel

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen